Exkursion des Seminarkurses nach Frankfurt
Im Rahmen des Seminarkurses „Jüdische Lebenswelten in Württemberg“ unternahmen wir eine Exkursion nach Frankfurt am Main, das vor dem Zweiten Weltkrieg ein Zentrum des jüdischen Lebens in Deutschland war. Ziel der Fahrt war es, historische und gegenwärtige Orte jüdischen Lebens kennenzulernen und unser im Unterricht erarbeitetes Wissen vor Ort zu vertiefen.
Ein zentraler Programmpunkt war der Besuch des Jüdisches Museums Frankfurt, das eindrucksvoll die Geschichte und Kultur der jüdischen Bevölkerung der Stadt vermittelt und uns Anregungen für die Konzeption einer eigenen Ausstellung bot. Darüber hinaus erkundeten wir bedeutende historische Stätten wie die ehemalige Judengasse, die Gedenkstätte der Synagoge am Börneplatz sowie die Gedenkstätte der Synagoge in der Friedberger Anlage. Diese Orte erinnerten uns eindrücklich an die wechselvolle Geschichte jüdischen Lebens und an die Zerstörungen während der Zeit des Nationalsozialismus. Auch das heutige jüdische Leben wurde sichtbar – unter anderem bei der Besichtigung der Westend-Synagoge, die bis heute eine zentrale Rolle für die jüdische Gemeinde spielt.
Abgeschlossen wurde die Exkursion am Campus Westend der Universität: Zum einen handelt es sich bei der Frankfurter Universität um eine Stiftungsuniversität, die nicht zuletzt aufgrund des Engagements jüdischer Bürgerinnen und Bürger gegründet wurde. Zum anderen steht das heutige Gebäude der Universität – ehemals die Zentrale der I.G. Farben – für die Ausbeutung unzähliger Zwangsarbeiterinnen und -arbeiter im Zweiten Weltkrieg.
Die Exkursion ermöglichte uns eindrucksvolle Einblicke in Vergangenheit und Gegenwart jüdischen Lebens und stellte eine wertvolle Ergänzung unseres Seminarkurses dar.
Bericht: Dr. Michael Becker





